VERANSTALTUNGSHINWEISE
Den Weg der Häftlinge gehen – Samstag, den 27. Dezember 2025
Treffpunkt 15:00 Uhr
Kleikuhle
Auch in diesem Jahr wollen wir gemeinsam ein sichtbares Zeichen setzen: Zum Jahrestag werden wir den Weg der Häftlinge von der Kleikuhle zum Ostfriedhof gehen, Dauer etwa 1,5 Stunden.
Kontakt und Anmeldungen über: w.christiansen@web.de
Kerzen gegen das Vergessen – Abschlussveranstaltung „13 Wochen“

Freundeskreis der KZ-Gedenkstätte
Friedemann Magaard, Vorsitzender
Osterhusumer Str. 26
25813 Husum Pressemitteilung „Zwischen Ahndung und Amnestie“ – zur neuesten Forschung zum KZ Husum- Schwesing – Buchvorstellung und Diskussion Die Aktion „13 Wochen“ hat von September bis Dezember 2024 auf das Leben, Leiden und Sterben der Häftlinge des Konzentrationslagers Husum-Schwesing aufmerksam gemacht. Nun lädt der Freundeskreis der KZ-Gedenkstätte zu einer Buchvorstellung ein, in der das aktuell erschienene Buch des Historikers Klaus Bästlein „Zwischen Ahndung und Amnestie“, in dem es um die Strafverfolgung der in den KZs Husum-Schwesing und Ladelund verübten NS-Verbrechen durch britische, dänische, niederländische und deutsche Stellen geht.
Am Donnerstag, 30. Januar, werden zunächst die Historiker Reimer Möller aus Schleswig und Jens-Christian Hansen aus dem dänischen Aalborg Aspekte des Buches zur internationalen Strafverfolgung herausarbeiten. Im zweiten Teil diskutieren Perry Lange vom Kulturausschuss des Kreises Nordfriesland, Friedemann Magaard von dem Freundeskreis der KZ-Gedenkstätte und der Autor Klaus Bästlein über die Bedeutung des Buches für die Gedenkstättenarbeit in Husum-Schwesing.
Die Moderation der Diskussion liegt bei Susanne Garsoffky. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Gemeindehaus an der Marienkirche, Norderstr. 2. Der Eintritt ist frei.
Zum Buch: Die nordfriesischen Konzentrationslager Husum-Schwesing und Ladelund wiesen die höchste Sterblichkeit unter den Außenkommandos des KZ Neuengamme auf. In 13 Wochen kamen im Herbst 1944 von den über 5.000 Häftlingen mehr als 1.000 ums Leben. Sie waren beim Bau des „Friesenwalls“ parallel zur Nordseeküste und der Anlage von Stellungen an der dänischen Grenze eingesetzt. Hungerrationen, miserable Kleidung, mangelnde medizinische Versorgung, Schläge und Todesdrohungen führten zu der enormen Sterblichkeit. Nach 1945 wurde versucht, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Britische Militär- gerichte verhängten in zwei Prozessen ein Todesurteil und längere Freiheitsstrafen gegen SS-Angehörige und „Kapos“. In Kopenhagen wurde ein dänischer SS-Scherge zu acht Jahren Haft verurteilt.
In den Niederlanden erhielt Friedrich Christiansen aus Wyk auf Föhr eine Gefängnisstrafe von 12 Jahren, weil er als Wehrmachtsbefehlshaber 601 Männer des Dorfes Putten nach einem Anschlag verhaf- ten ließ. 540 von ihnen kamen um – viele in Nordfriesland. Der Haupttäter blieb straflos – die Staatsanwaltschaft Flensburg ermittelte 15 Jahre lang nicht. In Hamburg scheiterte ein Verfahren an der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zu Gunsten von NS-Tätern.
Das Vorgehen der britischen, dänischen, niederländischen und deutschen Stellen gegen die Täter wird offengelegt. Das gilt auch für die historischen Hintergründe, das jeweilige Rechtssystem und den herrschenden Zeitgeist. Behandelt wird zudem die Erinnerungskultur in Nordfriesland, wo die Bevölkerung 1932 mit 65,6 Prozent für die Hitler-Partei stimmte. Das KZ Husum-Schwesing war 40 Jahre lang völlig vergessen. Der Umgang mit der Gedenkstätte und die Erinnerungskultur im Land Schleswig-Holstein hält der Autor für problematisch.
Das Projekt „13 Wochen“ – Der Weg der Häftlinge
In Gedenken an die Opfer des KZ Husum-Schwesing vor 80 Jahren
13 Wochen lang den Weg begehen, den die Häftlinge bewältigen mussten
28. Sept.–28. Dez. 2024
Jeden Sonnabend um 10.30 Uhr ein Gedenkweg von Schwesing nach Husum
Treffpunkt KZ-Gedenkstätte Schwesing
Abschlussveranstaltung am Sa. 28. Dez. 2024, Beginn 15h.
Von der Kleikuhle bis zum Ostfriedhof (Dauer ca. 1,5 Stunden)
Würdigung der Opfer
13 Wochen lang wurden die Häftlinge des KZs Husum-Schwesing als Arbeitssklaven beim Bau des sog. „Friesenwalls“ eingesetzt. Dieser Verteidigungsgraben sollte eine zweite Invasion der Alliierten an der Nordseeküste verhindern. Das Lager zählte zu den 87 Außenkommandos des KZ Neuengamme und bestand vom 26. September bis zum 29. Dezember 1944.
13 Wochen lang mussten die Häftlinge schwerste Zwangsarbeit im Freien verrichten, ohne angemessene Kleidung, unterernährt und medizinisch unversorgt. Den kilometerlangen Weg zum Einsatzort bewältigten sie überwiegend zu Fuß. Im KZ Husum-Schwesing wurden 2.500 Menschen inhaftiert, mehr als 300 Häftlinge verloren in den 13 Wochen ihr Leben.
Erinnerungskultur
13 Wochen lang gehen Menschen im Jahr 2024 den Weg vom ehemaligen Lagergelände des KZ Husum-Schwesing bis nach Husum, jeden Sonnabend, Woche für Woche. Dieses Projekt schafft öffentliche Aufmerksamkeit für die unmenschliche Lebens- und Arbeits-
situation der damaligen Häftlinge und deren faktische Präsenz in der Husumer Innenstadt: Alle haben es gesehen.
Erinnerungskultur ist hochpolitisch. Der Kampf gegen Geschichtsvergessenheit oder gar Geschichtsverfälschung ist immer auch eingebettet in den großen Kampf für Menschenwürde, Freiheit und Demokratie.
„Nie wieder!“ Das Leiden und Sterben der Häftlinge im KZ Husum-Schwesing und im KZ Ladelund darf und wird nicht vergessen werden.
Zeichen setzen
Das Projekt „13 Wochen“ führt der Freundeskreis KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing in enger Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing durch.
Die Schirmherrschaft hat Landrat Florian Lorenzen übernommen.
Damit setzen wir gemeinsam mit vielen gesellschaftlichen Gruppen ein sichtbares Zeichen, das einer Verharmlosung der Nazi-Taten und neuen rechtsradikalen Tendenzen entgegensteht.
Die Aktion ist beendet.
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Hier finden Sie einige Redebeiträge von Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Das PDF zum Download ist hier
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Hier können Sie die Dokumentation (9,5 MB) downloaden.
Die Dokumentation als PDF
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Download Flyer
Unseren Flyer können Sie auch herunterladen (Klick mit rechter Maustaste) oder auf unserer Hauptseite ansehen (Klick).
FLYER 13WOCHEN
Abschlussveranstaltung
Auch unser Plakat zur Abschlussveranstaltung „13 Wochen“ können Sie herunterladen (Klick mit rechter Maustaste) oder direkt im Browser ansehen (Klick).
Plakat 13WOCHEN
Bei Interesse melden Sie sich bitte an:
gedenkstrecke@13-wochen.de
Möchten Sie spenden?
Spenden für die Umsetzung des Projektes „13 Wochen” sind willkommen. Die Bankverbindung vom Freundeskreis der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing e.V. lautet:
Husumer Volksbank
IBAN: DE45 2176 2550 0009 6108 80
BIC: GENODEF1HUM
Der Verein ist gemeinnützig und kann Spendenbescheinigungen ausstellen.